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09.04.2019

Als leitender Baumanager ist Xhevdet Mahmutaj für die Gesamtorganisation des KSB-Neubaus zuständig. Eine Herkulesaufgabe, die der 37-jährige verblüffend abgeklärt erledigt. Der Baumanager der Confirm AG über kalte Füsse, alltäglichen Arbeitsdruck und Flexibilität.

Es ist derzeit wohl beinahe einfacher, eine Audienz beim Papst zu bekommen, als einen Termin mit dem Leiter Baumanagement des KSB-Neubaus. Xhevdet Mahmutaj entschuldigt sich gleich zu Beginn des Gesprächs: «Momentan hetze ich von Sitzung zu Sitzung, Telefonate hier, Termine da.» Ein Mann unter Strom? Bestimmt. Allerdings einer, der, sobald dann doch ein Termin gefunden wurde, redefreudig und sympathisch Auskunft gibt. Seine Aufgabe? Baumanager Mahmutaj ist innerhalb des KSB-Neubaus eine zentrale Figur. Bei ihm laufen sämtliche Fäden zusammen.

Vom Büetzer zum Baumanager
Xhevdet Mahmutaj, inzwischen Eidg. Dipl. Bauleiter HF, kennt beide Seiten. Er weiss, was es heisst, bei minus 5 Grad den ganzen Tag auf einer Baustelle zu arbeiten. «Klar, während meiner Elektrikerlehre kam das vor. Mit der Zeit spürt man Hände und Füsse kaum noch. Aber der menschliche Organismus passt sich den gegebenen Bedingungen an.» Anpassen, ein gutes Stichwort für Mahmutaj. Als Baumanager muss er flexibel sein und rasch auf sich verändernde Umstände reagieren können. Kalte Füsse? Fehl am Platz! «Planung und Ausführung eines Baus sind ein dynamischer Prozess. Improvisieren gehört zum Alltag.» Bei einem Leuchtturmprojekt wie dem KSB-Neubau umso mehr: Der Bauleiter orchestriert dabei Dutzende Firmen, Hunderte Menschen – von den Planern bis zu den «Büetzern». Wo andere bei dieser Verantwortung und dem latenten Druck einbrechen, beginnt bei Mahmutaj erst die «Challenge».

Kosten, Termine und Qualität
Ohne auf die einzelnen Schritte genauer einzugehen, kann man die Aufgabe des Baumanagements in fünf Phasen unterteilen: Vorprojektphase, Projektphase, Vorbereitungsphase, Ausführungsphase, Abschlussphase. Der Aufgabenbereich bewegt sich von der Grobkostenschätzung über die Terminplanung, die Auftragsvergaben, die Bauleitung bis zur Inbetriebnahme eines Baus und zur Schlussrechnung. «Mein Baumanagement-Team ist für einen möglichst reibungslosen Ablauf verantwortlich. Entscheidend dabei ist eine saubere Kommunikation», sagt Xhevdet Mahmutaj. Zumal in jeden einzelnen Prozessschritt weitere Unternehmen mit eigenen Planungsteams, Spezialisten und natürlich das KSB als Bauherrschaft involviert sind. Je länger das Bauprojekt dauert, desto komplexer wird die Koordination. «Einen 450-Millionen-Franken-Bau in vier Jahren zu stemmen, ist grundsätzlich ein ehrgeiziges Ziel. Nach dem Tiefbau und parallel zur Rohbauphase starten wir bereits mit der Ausbauphase – was im Falle eines Spitalbaus die grösste Herausforderung ist.»

„Alle Beteiligten müssen als Einheit funktionieren. Das ist es, was meinen Job spannend macht. Druck? Den nehme ich mit Fassung.“ – Bauleiter Xhevdet Mahmutaj

Die Haustechnik als Herzstück
Während der ganze Bauprozess mit all seinen Etappen und Meilensteinen flexibel gestaltet werden muss, ist eines von Anfang an klar: In einem Spital wird eine Unmenge an Technik verbaut. «Bei einem normalen Gebäude fällt bei der Gebäudetechnik bloss etwa ein Viertel der Kosten an. Der Rest verteilt sich auf die weiteren Baukomponenten. Bei einem Hightech-Spitalbau ist es grob gesagt fast die Hälfte.» Qualität, Versorgungssicherheit und Effizienz gebäudetechnischer Anlagen sind für ein Spital matchentscheidend. Einerseits natürlich für die medizinische Versorgung der Patienten, andererseits schlicht und einfach für die generellen Betriebskosten. «Das hat einen direkten Einfluss auf die Baukoordination und macht einen Spitalbau deshalb sehr komplex.» Mahmutaj kann diesbezüglich auf einiges an Erfahrungen zurückgreifen: Als Bauleiter war er unter anderem bereits am Neubau des KSB-KUBUS mit seinen ambulanten Kliniken beteiligt.

Ausgleich zum stressigen Alltag
Die Soll-Ziele des Tages erreichen und die mittel- und langfristige Planung im Auge behalten: Ist das der Fall, war Xhevdet Mahmutajs Arbeitstag erfolgreich, dann steht der Baumanager nicht mehr unter Strom. Erholung findet er zu Hause in Neuenhof, wo er sich und seiner Familie ein Haus gebaut hat. Mehrheitlich in Eigenregie, versteht sich. «Wenn ich mit meinen beiden Kindern spiele, kann ich komplett herunterfahren. Im Gegensatz zur kopflastigen Arbeit fordern mich die Kids eher körperlich, was ein guter Ausgleich ist.» Es sei ihm gegönnt, dem Mann unter Strom, der am nächsten Tag bestimmt wieder von Termin zu Termin hetzen wird.

Das Gespräch mit Xhevdet Mahmutaj erschien auf #agnes22, das Webjournal, welches den Neubau Agnes von Anfang bis Schluss begleitet und Interessierte mit spannenden Hintergrundinformationen beliefert.


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